FDP Waldbröl

Klaus Kinkel hat tiefe Spuren hinterlassen

Dr. Klaus Kinkel (Bild-Credit: Deutsche Telekom-Stiftung)

Klaus Kinkel ist tot. Er habe in allen seinen Funktionen tiefe Spuren hinterlassen, würdigte ihn der Parlamentarische Geschäftsführer Florian Toncar. Beispielhaft nannte er die Mitwirkung am deutsch-deutschen Einigungsvertrag, die Aufarbeitung politischer Straftaten in der DDR, der Aufbau einer funktionierenden Justiz in den neuen Bundesländern und das Eigentumsrecht. „Als Bundesaußenminister war er treibende Kraft beim EU-Beitritt von Schweden, Finnland und Österreich und betrieb sowohl die Einbindung der osteuropäischen Staaten in EU und NATO als auch ein partnerschaftliches Angebot an Russland“, so Toncar.

Kinkel habe zudem immer wieder unmissverständlich die Einhaltung von Menschenrechten eingefordert, sich sehr für eine Beendigung des Krieges im früheren Jugoslawien engagiert und bereits 1995 die Idee einer transatlantischen Freihandelszone auf die politische Agenda gebracht. „Wir verlieren neben einem herausragenden Politiker einen einzigartigen Menschen, der für viele seiner früheren Kollegen stets auch ein guter Freund geblieben ist und der für viele Jüngere aufgrund seiner Aufgeschlossenheit zu einem besonders verehrten und geschätzten Gesprächspartner wurde“, machte Toncar deutlich.

Der im baden-württembergischen Metzingen geborene promovierte Jurist Kinkel gehörte lange zu den engsten Mitarbeitern von Hans-Dietrich Genscher. 1991 wurde er Bundesminister der Justiz, im Mai 1992 folgte Kinkel Genscher im Amt des Bundesministers des Äußeren, ab 1993 bekleide er zudem das Amt des Vizekanzlers. Von 1993 bis 1995 führte er die FDP als Bundesvorsitzender. Nach dem Ende der christlich-liberalen Koalition 1998 wirkte er als stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion an der Neuaufstellung in der Opposition mit.